vor kurzem:
"INNERE HÄUSER"
-ein dokumentarisches Theaterstück über Wohnungslosigkeit und ein erträumtes Wohnprojekt
In unserer Stadt, Berlin, stehen rund 40.500 Wohnungen leer – gleichzeitig haben mehr als 53.600 Menschen kein eigenes Zuhause. Manchmal reicht ein Schicksalsschlag, um die Wohnung zu verlieren. Und was braucht es, um das System zu ändern, das das zulässt?
Das doku-fiktionales Theaterstück erzählt vom Leben, der politischen Arbeit und Visionen von vier wohnungslosigkeitserfahrenen Frauen. Die Wege der Protaginistinnen kreuzen sich in einem Hof – ein Ort, nicht weit von hier, gleich um die Ecke, in eurer Nachbar*innenschaft. Hier eröffnet das Wohnprojekt der vier Frauen. Sie haben hier ihre eigenen Räume eingerichtet, zum Wohnen und Arbeiten, zum Trauern und Planen, zum Erinnern und zum Träumen. Und sie laden ein:
“Hallo, wir sind jetzt eure Nachbarinnen. Ihr braucht euch nicht erschrecken, auch kein Mitleid empfinden. Wir wollten nur, dass ihr von uns wisst. Mit diesem Wohnprojekt wird ein Teil unserer Träume zur Wirklichkeit. Wir laden euch ein, diesen Etappensieg mit uns zu feiern! Wir zeigen euch unsere Wohnungen, die eigentlich gar keine Wohnungen sind, laden euch ein, in unseren Hof, der noch gar nicht ganz fertig ist. Aber so ist das vielleicht mit den Träumen, sie sind nie ganz fertig! Also kommt vorbei und schaut durch die Fenster in unsere inneren Häuser.”
In dem Theaterstück nimmt das Publikum an der Eröffnung des Wohnprojekts teil. Im Rahmen vom Tag der offenen Tür erzählen Janina Berthold, Manja Starke und Kristina Maca von ihrer Erfahrung als Wohnungslose. Die Erzählung von Yoyo Pamminger wird durch das Spiel von Sarah Palarczyk erfahrbar. Jede der Szenen findet in einem anderen Raum statt und bedient sich einer anderen Erzählform.
Janina Berthold, die nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung mehrere Monate in Regionalzügen geschlafen hat, erzählt anhand einer Deutschlandkarte und einem Zugabteil über die verschiedenen Stationen ihrer verdeckten Wohnungslosigkeit.
Kristina Maca dreht in ihrem Filmstudio vier verschiedene Szenen in den Kontexten der Wohnungslosigkeit, Kontakten mit den Sozialämtern und Transfeindlichkeit, die sie in Notübernachtungen erfahren hat.
Sarah Palarczyk erzählt als Clara über eine Brieffreundschaft mit Yoyo Pamminger, die als sehr junge Frau durch Drogenkonsum 8 Jahre lang auf der Straße lebte und dann Kraft gefunden hat, einen Entzug zu machen und ihr Leben wieder “in Griff“ zu nehmen. In der Szene wechselt Clara zwischen ihrer eigenen Sicht auf die Geschichte und Yoyos Perspektive hin und her. Schließlich begegnen wir Manja Starke im ersten Büro des Frauen*salon – einer Vernetzungs-Gruppe wohnungsloser Frauen. Manja, die selbst 8 Jahre wohnungslos war, erzählt frei über ihre persönliche Erfahrung sowie ihre politische Arbeit und Selbstorganisation, der sie ihr Leben widmet.
Unterbrochen wird diese Roomtour vom Chor der Nachbar*innenschaft, der etwas verspätet, aber nun doch noch auftaucht und sich entschlossen hat, die vier Frauen in ihren Kämpfen zu unterstützen. Am Ende dieser offiziellen Tour laden die Frauen das Publikum zum Verweilen ein. Das Publikum darf sich nun frei im Raum bewegen und bei Snacks miteinander ins Gespräch kommen.
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TRAILER
Premiere:
06. November 2025, HfS Ernst Busch, BÜHNE UNTEN, Zinnowitzer Straße 11, Berlin
https://www.hfs-berlin.de/aktuelles/veranstaltungen/innere-haeuser/
Mit Janina Berthold, Kristina Maca, Sarah Palarczyk, Manja Starke
Bühne: Madalena Wallenstein de Castro
Kostüm: Eduardo Soto Jimenez
Sound: Paolo Artisi
Regie: Linda Glanz
Dramaturgie: Marianna Wicha
Regieassistenz: Nina Dietz
Chor: Chor der Statistik
Chorleitung: Bernadette La Hengst
Chortexte: Bernadette La Hengst in Zusammenarbeit mit dem Chor der Statistik und den Spielerinnen
Publikumsassistenz: Madalena Wallenstein De Castro, Nina Dietz, Eduardo Soto Jimenez
Text: Linda Glanz & Marianna Wicha in Zusammenarbeit mit den Erfahrungsexpertinnen (Janina Berthold, Kristina Maca, Yoyo Pamminger, Manja Starke)
Mentorat: Noam Brusilovsky und Britta Geister
Kooperation: Frauen*Salon, Wohnungslosen_Stiftung, QUEERHOME*, Freundeskreis der Ernst Busch, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte